Scharfe-Kritik-an-deutscher-Bildungspolitik_pdaArticleWideDie sogenannte PISA Studie war vor einigen Jahren der wesentliche Auslöser dafür, dass die Bundesregierung bildungspolitische Aspekte grundlegend überarbeitete und versuchen wollte, mit den neuen Hochschulabschlüssen einen Allgemeingültigkeit Standard in den Hochschulabschlüssen zu setzen.

Nicht nur auf der Ebene der Bundesrepublik sollten die Abschlüsse vereinheitlich werden: Auch auf europäischer Ebene war es den Regierungen daran gelegen, einheitliche Ausbildungsstandards zu setzen, die zum einen dem sogenannten Bildungstourismus entgegenwirken sollten und zum anderen aber auch den Grundstein für eine globalisierte und weltoffene Ausrichtung der Bildungspolitik legen sollte. Deutschland war in diesem Vorhaben ein Vorreiter und, obwohl in der föderal-staatlich geregelten Bildungspolitik auch die Bundesländer ein klares Mitspracherecht gehabt hätten, wurde die Vereinheitlichung der Hochschulabschlüsse von der Regierung auf Bundesebene beschlossen und durchgesetzt.

Die heutigen Zustände an den deutschen Universitäten und Fachhochschulen dürften wohl kaum das Ziel der damaligen Bildungspolitik gewesen sein: Das ursprüngliche Ziel, identische Bildungsstandards von London über Paris bis nach Rom zu schaffen, gilt wohl als gnadenlos gescheitert. Die lehramtsbildenden Studiengänge sind heute an nahezu jeder Universität in Deutschland unterschiedlich. Nicht einmal innerhalb des gleichen Bundeslandes sind die Standards in den Prüfungsordnungen vereinheitlicht worden: Jede Universität und jede Fachschule entwirft eigene Prüfungs- und Studienordnungen, die landesweit zu immer größeren Problemen führen. Vor allem Hochschulwechsler bekommen dies zu spüren: Großer bürokratischer Aufwand und langwidrige Anrechnungsprozeduren müssen in Kauf genommen werden, bevor die Universitäten bereits an anderen Hochschulen erbrachte Leistungen anerkennen.