Wir alle haben von den schrecklichen Vorkommnissen vor der Insel Lampedusa gelesen und gehört: Viele Menschen, die in Not geraten sind und keine andere Möglichkeit sahen, ihrer aussichtlosen Lebenssituation zu entfliehen außer durch Flucht nach Europa, sind nur wenige 100 Meter vor ihrem Ziel ums Leben gekommen. Lampedusa ist seit jeher das Ziel vieler syrischer Flüchtlinge, die in ihren Heimatländern keine Perspektive mehr sehen und gezwungen sind, sich in lebensgefährlichen Unternehmungen einer Mittelmeer-Überfahrt in teils selbst gebauten Kähnen zu stellen.

lampedusa

Laut neuster Medien-Berichte sind bereits zwei Schiffe teils aus Fehlsteuerung, teils aufgrund von Überladung gekentert und haben mehrere Todesopfer gefordert. Viele Flüchtlinge, die es unter größten Strapazen nach Italien geschafft haben, sind nun mit den Papieren auf dem Weg von Italien nach Deutschland. Hier wollen sie ein neues Leben beginnen. Viele von ihnen verfügen sogar über eine gute Ausbildung, finden aber aufgrund der wirtschaftlichen Lage in ihrer Heimat keinen Arbeitsplatz. Auch die lokale Politik in Hamburg sieht sich nun gezwungen zu reagieren. Viele Flüchtlinge kamen bislang in einem Kirchengebäude nahe dem Zentrum Hamburgs unter.

Viele Ehrenamtliche waren tätig, um den Bedürfnissen der Flüchtlinge gerecht zu werden. Sogar ausgebildete Deutschlehrer wurden rekrutiert, um den Menschen in ihrer scheinbar aussichtlosen Situation hier in Deutschland eine Perspektive zu geben. Doch warum kommen all diese Menschen nach Deutschland? Warum stattet der italienische Staat die Flüchtlinge willentlich mit den notwendigen Papieren aus, damit diese Italien verlassen und Deutschland erreichen? Ohne Zweifel besteht hier dringender Handlungsbedarf in der europäischen Politik, um einheitliche Vorgehensweisen für die Flüchtlingsproblematik zu erarbeiten, die ebenso vertretbar wie auch menschlich sind.

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