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Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern bekommt es immer öfter mit Hanfplantagen zu tun. Dies berichtet die deutsche Presseagentur (DPA) in einem Bericht vom 2. Januar 2014. Anscheinend habe sich die Anzahl der Plantagen vor allem in den nur wenig besiedelten Landstrichen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern um mehr als das 10-fache erhöht. Wurden bis dato nur wenige Plantagen pro Jahr entdeckt, stieg die Zahl im Jahr 2011 auf über 50 alleine in den nordöstlichen Bundesländern. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes vermutet in diesem Anstieg einen Zusammenhang zwischen dem härteren Durchgreifen der niederländischen Polizei bei illegaler Cannabisaufzucht und der Tatsache, dass es für deutsche Dealer nur noch wenige Quellen gäbe. Insgesamt können Plantagen von solchen Ausmaßen vier bis sechs Mal pro Jahr geerntet werden und einen Ertrag von mehreren Millionen Euro erwirtschaften.

Eigene Züchtung liegt im Trend

Wer selbst anbaut, weiß, was drin ist – das ist ein unschätzbarer Vorteil“
Martin Steldinger, Hanfaktivist und Mitarbeiter im Berliner Hanfmuseum

cannabiszuchtung

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Während die Plantagen in Mecklenburg-Vorpommern mehrere Hundert Pflanzen umfassen, scheint sich in Berlin ein Trend von Kleinstplantagen zu entwickeln. Das berichtet “Die Tageszeitung” (TAZ) nach einem Gespräch mit der berlinerischen Polizei. Insgesamt habe man in den vergangenen Jahren einen Anstieg von mehr als 16% bei den Delikten um den Anbau von Cannabis verzeichnet. Die durchschnittliche Größe einer sogenannten “Kleinstplantage” liege bei 20 bis 99 Pflanzen, wobei die Homegrower meist sogar weniger nutzen, Blumenkästen oder Minigärten zu Cannabisplantagen umfunktionieren. Warum der Selbstanbau in den letzten Jahren so gestiegen ist, darüber kann man nur spekulieren, berichtet Martin Steldinger, ein Mitarbeiter des Berliner Hanfmuseums. Es könnte daran liegen, dass die übliche Marktware nicht die gewünschte Qualität erreicht oder daran, dass die Leute mehr Wert darauf legen, zu wissen “was drin ist” und deshalb selbst Hanfsamen kaufen und wachsen. Benedikt Lux, der Geschäftsführer der Grünenfraktion, vermutet sogar noch einen anderen Grund, denn das “Homegrowing” sei eine sichere Alternative zum Kauf beim örtlichen Dealer, da diese wesentlich strenger von der Polizei beobachtet werden. Legal ist der Anbau selbstverständlich nicht. Im Gegensatz zum Besitz von Cannabis gibt es keine Freimengen und man muss unter Umständen mit hohen Geldstrafen rechnen.